Grass
Grass
Pferd im Schnee

Pferd im Winter: Dein Leitfaden für kalte Monate

Pferd im Winter richtig versorgen: Fütterung, Haltung, Bewegung und Pflege. Praktische Tipps für gesunde Wintermonate mit deinem Vierbeiner.

Der erste Frost ist da und du fragst dich, ob dein Pferd im Winter anders versorgt werden muss? Die Antwort ist ja. Kälte, Schneematsch und weniger Tageslicht stellen neue Anforderungen an Haltung, Fütterung und Pflege.

Winterfütterung: Mehr Energie gegen die Kälte

Dein Pferd braucht bei Minusgraden 10-20% mehr Energie als im Sommer. Der Körper heizt permanent gegen die Kälte an. Das kostet Kraft.

Heu ist der wichtigste Wärmespender. Pro 100 Kilo Körpergewicht sollten es mindestens 1,5-2 Kilo Heu täglich sein. Bei offenem Stall oder Weidegang auch mehr. Der Verdauungsprozess im Dickdarm erzeugt Körperwärme von innen.

Kraftfutter erhöhst du schrittweise. Ein 500-Kilo-Warmblut kann im Winter 500-1000 Gramm Hafer oder Müsli extra bekommen. Teile die Menge auf mehrere Portionen auf.

  • Warmes Wasser anbieten (nicht heiß, nur handwarm)

  • Salzleckstein bereitstellen

  • Bei dünnen Pferden: Öl ins Futter (nach Absprache mit dem Tierarzt)

Kontrolliere das Gewicht wöchentlich. Rippen sollten fühlbar, aber nicht sichtbar sein.

Die richtige Haltung für dein Pferd im Winter

Pferde sind robuster als gedacht. Bis minus 15 Grad kommen gesunde Tiere im Winterfell gut zurecht. Wichtiger als Wärme sind trockene Liegeplätze und Windschutz.

Im Offenstall prüfst du täglich die Einstreu. Nasse Späne oder Stroh kühlen den Körper aus. Ein trockener Unterstand genügt meist. Drei Wände reichen, die vierte Seite kann offen bleiben.

Bei Boxenhaltung lüftest du auch im Winter. Stickige Luft schadet den Atemwegen mehr als frische Kälte. Das Fenster einen Spalt offen lassen, aber Zugluft vermeiden.

Wasser darf nie gefrieren. Beheizte Tränken oder isolierte Wannen verhindern Eisbildung. Ein durstiges Pferd trinkt zu wenig und riskiert Koliken.

Eindecken oder nicht: Die Decken-Entscheidung

Das Winterfell ist ein Wunder der Natur. Jedes Haar stellt sich bei Kälte auf und bildet isolierende Luftpolster. Eine Decke drückt diese Polster platt.

Decken brauchst du nur bei:

  • Geschorenen Pferden (ab 5 Grad)

  • Sehr alten oder kranken Tieren

  • Pferden ohne Unterstand bei Dauerregen

  • Frisch eingestallten Pferden aus warmen Ställen

Die Faustregel: Fühlst du unter dem Winterfell warme, trockene Haut? Dann friert dein Pferd nicht. Milo von ManeMap berücksichtigt die lokalen Temperaturen und das Alter deines Pferdes, um dir täglich die passende Decken-Empfehlung zu geben.

Wechsle nasse Decken sofort. Eine feuchte Decke kühlt mehr als gar keine.

Bewegung und Training im Winter anpassen

Auch bei Minusgraden braucht dein Pferd Bewegung. Steife Gelenke und schwache Muskulatur entstehen durch Stallruhe, nicht durch Kälte.

Das Aufwärmen verlängerst du auf 15-20 Minuten. Kalt gewordene Muskeln brauchen Zeit. Beginne immer im Schritt, auch wenn es langweilig wird.

Bei Glätte verzichtest du auf Galoppieren oder enge Wendungen. Rutschende Hufe verletzen Sehnen und Bänder. Streusalz greift die Hufsohle an, spüle die Hufe nach dem Ausritt mit klarem Wasser ab.

Indoor-Alternativen für eisige Tage:

  • Bodenarbeit im Stall

  • Longenarbeit in der Halle

  • Spaziergänge in der Hand

  • Massagen und Dehnung

Pflege und Gesundheit: Darauf achtest du besonders

Matschige Paddocks und feuchte Boxen fördern Mauke und Strahlfäule. Kontrolliere die Hufe täglich. Schwarze, übel riechende Stellen im Strahl sind Warnsignale.

Das Winterfell pflegst du anders als das Sommerfell. Zu viel Putzen entfernt das schützende Hautfett. Eine weiche Bürste reicht meist. Nur bei Dreck und Schweiß intensiver putzen.

Trockne geschwitzte Pferde komplett ab. Feuchtes Fell unter einer Abschwitzdecke kann auskühlen. Lieber länger führen bis das Pferd trocken ist.

Diese Anzeichen bedeuten: sofort zum Tierarzt:

  • Zittern bei normalen Temperaturen

  • Steifer Gang trotz Aufwärmen

  • Husten oder Nasenausfluss

  • Appetitlosigkeit über 24 Stunden

  • Warme, schmerzhafte Schwellungen an den Beinen

Zusätzliche Mineralien oder Vitamine gibst du nur nach Absprache mit dem Tierarzt. Ein Blutbild zeigt, was dein Pferd wirklich braucht.

Stop Guessing! Teste ManeMap Pro 30 Tage kostenlos. Milo analysiert Wetter, Training und Gesundheit, damit du jeden Tag weißt, was dein Pferd braucht – auch in den schwierigen Wintermonaten.

Pferde brauchen im Winter 10-20% mehr Energie und täglich 1,5-2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht. Trockene Liegeplätze sind wichtiger als Wärme, Decken nur bei geschorenen oder kranken Pferden nötig.

Get App